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Teilleistungsstörungen und Lerntherapie
Definitionskriterien und BegriffsbestimmungAls Teilleistungsstörungen in engeren Sinn werden starke Schwierigkeiten
beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens bezeichnet, die nicht
auf mangelnde Übung, Krankheit (z.B. hirnorganische Schädigungen)
oder Abwesenheit vom Schulunterricht zurückzuführen sind. Es
handelt sich um kognitive, sensorische oder andere Leistungsausfälle
bei durchschnittlicher oder überdurchschnittlicher Intelligenz. Sie
sind klar abzugrenzen von einer Lernbehinderung, bei der eine unterdurchschnittliche
oder niedrige Intelligenz (IQ zwischen 70 und 84 ) nachgewiesen werden
kann. 1. Lese- und Rechtschreibstörung (F81.0) Im Bundesland Bayern wird unterschieden (Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, München, 09.12.1999) zwischen einer "Lese- und Rechtschreibstörung (Legasthenie, Dyslexie) mit teilweise hirnorganisch bedingten, gravierenden Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsstörungen und einer vorübergehenden Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS), die in mehr oder minder starker Ausprägung eine Verzögerung im individuellen Lese- und Schreiblernprozess darstellt." ... "Legasthenie ist eine Störung des Lesens und Rechtschreibens, die entwicklungsbiologisch und zentralnervös begründet ist. Die Lernstörung besteht trotz normaler oder auch überdurchschnittlicher Intelligenz und trotz normaler familiärer und schulischer Lernanregungen. Die Beeinträchtigung oder Verzögerung beim Erlernen grundlegender Funktionen, die mit der Reifung des zentralen Nervensystems verbunden ist, hat demnach biologische Ursachen, deren Entwicklung lange vor der Geburt des Kindes angelegt oder durch eine Schädigung im zeitlichen Umkreis der Geburt bedingt ist. Legasthenie ist eine nur schwer therapierbare Krankheit, die zu teilweise erheblichen Störungen bei der zentralen Aufnahme, Verarbeitung und Wiedergabe von Sprache und Schriftsprache führt. Individuelle Ausprägungen und Schweregrade dieser Lernschwierigkeit ergeben sich durch unterschiedliche Kombinationen von Teilleistungsschwächen der Wahrnehmung, der Motorik und der sensorischen Integration. ..." Diese Unterscheidung bei der Begriffsbestimmung hat Folgen für die Wertung der Rechtschreibleistung in den bayerischen Schulen. 2. Isolierte Rechtschreibstörung (auch isolierte Rechtschreibschwäche) (F81.1) Hauptkriterium für diese Diagnose ist eine bedeutsame Beeinträchtigung in der Entwicklung der Rechtschreibfertigkeiten ohne zuvor bei der Entwicklung der Lesefertigkeiten und -fähigkeiten Probleme gehabt zu haben. Die Beeinträchtigung beim Erwerb rechtschriftlicher Fertigkeiten darf nicht durch das Entwicklungsalter, unangemessene Beschulung oder Sehprobleme erklärbar sein. Bei einer isolierten Rechtschreibstörung sind sowohl die Fähigkeit mündlich zu buchstabieren als auch Wörter richtig zu schreiben betroffen. Diese Diagnose kann die umschriebene Verzögerung der Rechtschreibfähigkeit (ohne Lesestörung), aber keine Agraphie ohne nähere Angaben (R48.8) oder Rechtschreibschwierigkeiten durch inadäquaten Unterricht (Z65) oder mit Lesestörung (F81.0) beinhalten. 3. Rechenstörung (F81.2) 4. Kombinierte Störungen schulischer Fertigkeiten (F81.3) 5. Sonstige Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (F81.8) 6. Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten, nicht näher
bezeichnet (F81.9) Unter F82 fallen die umschriebenen Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen, die nicht durch Intelligenzminderung oder neurologische Störung erklärbar sind. Die Klassifikation F82.1 benennt die Störung der Fein- und Graphomotorik. Die kombinierte umschriebene Entwicklungsstörungen (F83) ist eine Restkategorie. Sie wird verwendet, wenn umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache, schulischer Fertigkeiten und motorischer Funktionen vorliegt, von denen jedoch keine so dominiert, dass sie eine Hauptdiagnose rechtfertigt, d.h. wenn zwei oder mehr Kategorien von F80.-, F81.- oder F82 erfüllt sind. Internetseiten, auf denen ein Fachvortrag/Folien/Power Point zu diesem
Thema zu finden sind: Internetseiten, auf denen die Definition der verschiedenen Teilleistungsstörungen
auch für Laien, Eltern oder Lehrern verständlich erklärt
werden:
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