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Teilleistungsstörungen und Lerntherapie
Komorbidität und begleitende Störungen
Während der Schulzeit sind begleitende Störungen im emotionalen
und Verhaltensbereich häufig.
Ein Teil der Kinder weist bereits vor der Einschulung Entwicklungsstörungen
auf, z.B. Sprachstörungen oder psychische Störungen, z. B. oppositionelles
Verhalten. Diese Störungen können als primäre Störungen
bezeichnet werden und bleiben oft bis in die Schulzeit präsent.
Interessanterweise werden Entwicklungsauffälligkeiten im Bereich
der Vorausläuferfähigkeiten für das Rechnen selten festgestellt.
Im Bereich Sprache hat in den letzten Jahren geradezu ein Boom bezüglich
Sprachförderung, Training der phonologischen Bewusstheit etc. stattgefunden,
nicht zuletzt auch durch die Sprachstandserhebungen. Man nimmt heute an,
dass Defizite in den Bereichen Gedächtnisfunktion, Sprache und Wahrnehmung,
insbesondere die der visuell-räumliche Wahrnehmung, zur Beeinträchtigung
von Rechenfertigkeiten führen. Kinder im Vorschulalter sollten Elemente
in eine Reihe einordnen können, Invarianzen und Zahlbilder erkennen
sowie erste Zählfähigkeiten besitzen. Erste Ansätze lassen
erkennen, dass sich auch im Bereich der Vor-Ausläufer-Fähigkeiten
für das Rechnen in den nächsten Jahren eine deutliche Entwicklung
anbahnen wird. Je eher den Kindern eine Förderung zukommt, desto
geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Probleme manifestieren
und sekundäre Störungen entwickeln.
Sekundäre Störungen (psychische Auffälligkeiten, Schulangst
etc.) entwickeln sich als Folge einer LRS oder Dyskalkulie, bzw. aufgrund
der psychischen Belastung, die mit diesen Störungen bei manchen Kindern
einhergeht. Manche Kinder und Familien beweisen aber auch eine hohe Resilienz
im Umgang mit einer Teilleistungsstörung, so dass eine sekundäre
Störung nicht zwangsweise auftreten muss.
Häufige primäre komorbide Störungen sind:
- psychomotorisches Ungeschick
- Schwierigkeiten mit der visuellen und visuell-räumlichen Wahrnehmung
- Probleme mit der visuomotorischen Koordination
- Hyperkinetische Störungen (Aufmerksamkeit, motorische Unruhe,
Impulsivität)
- Störungen im Lang- und/oder Kurzzeitgedächtnis (bei LRS:
Wortfindungsstörungen)
- Ängste
- Depressionen
Sekundäre Störungen können sein:
- Schulangst
- Konzentrationsstörungen
- Motorische Unruhe
- Motivationsverlust
- Erziehungsschwierigkeiten in der Schule und/oder Familie.
Jacobs und Petermann (Claus Jacobs, Franz Petermann: Rechenstörungen,
Göttingen 2007, S. 10) zeigen anhand einer Tabelle Untersuchungen
der Komorbidität von Lese-Rechtschreibschwäche und Rechenstörung
in verschiedenen Ländern auf, Danach liegt diese zwischen 17 und
65 Prozent.
Internetseiten, auf denen ein Fachvortrag/Folien/Power Point zu diesem
Thema zu finden sind:
Dr. Andreas Vogel vom Universitätsklinikum für Kinder- und Jugendpsychiatrie:
Legasthenie, Dyskalkulie - Teilleistungsstörungen als Ursache/Mitursache
von Verhaltensstörungen. www.uniklinikum-saarland.de/fileadmin/UKS/...und.../Teil.pdf
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